Schaffen wir den Bildungsfreistaat der Zukunft

Die JuLis Thüringen stehen für eine digitale, eigenverantwortliche und zukunftsorientierte Bildungspolitik in Thüringen. Dazu ist es nötig, ein Schulsanierungsprogramm mit einem digitalen Schulinvestitionspaket zu initiieren, um den infrastrukturellen Investitionsstau an Thüringer Schulen in der Gebäudesubstanz zu beheben sowie flächendeckend die Vorrausetzungen für eine eigenverantwortliche, digitale und zukunftsorientierte Schule zu verwirklichen

1. Die Vielfalt der Schulformen erfordert ein flexibles Inklusionsgesetz

Die JuLis Thüringen stehen für ein mehrgliedriges Schulssystem. Grundschule, Regelschule, (Integrierte) Gesamtschule, Gemeinschaftsschule und Gymnasium sowie Förderschulen gehören zur Schullandschaft in Thüringen. Inklusion betrifft alle Schultypen und Klassenstufen. Die JuLis Thüringen fordern daher ein Inklusionsgesetz, dass auf die Bedürfnisse von SuS mit besonderem Förderbedarf sowohl im sozialen als auch pädagogischen Bereich angepasst ist.

Die JuLis Thüringen lehnen Gesetzentwürfe zur Inklusion ab, die darauf abzielen, dass Schulplätze für SuS mit besonderem Förderbedarf eingeklagt und die Schulen zur Eingliederung gezwungen werden können. Ein Inklusionsgesetz sollte, nach Meinung der JuLis Thüringen, die freie und eigenverantwortliche Ausgestaltung von Inklusion in allen Schulformen, im Rahmen der jeweiligen Vorrausetzungen und Bildungskonzepten, zur Pflicht machen.

 

2. Thüringen braucht eigenverantwortliche Schulen

Mit Blick auf die Zukunft sollten Schulen in Thüringen eigenverantwortlicher gestaltet werden. Hierzu bedarf es einer Neudefinition der Position des Schulleiters. Die JuLis Thüringen fordern den Einsatz eines pädagogischen und eines kaufmännischen Schulleiters, um die Schulen als unabhängige Institutionen vom Schulträger zu entkoppeln. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit der Legitimierung der Entscheidungen der Schulleiter durch die Schulkonferenz sowie die Abschaffung der Schulämter.

Das zuständige Ministerium sollte jedoch weiterhin für die landesweiten Rahmenpläne sowie schulübergreifende Kompetenz- und Leistungskriterien verantwortlich sein. Die JuLis Thüringen fordern in diesem Zusammenhang die uneingeschränkte Lehrmittelfreiheit. Das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien soll künftig in diesem Bereich als Dienstleister fungieren. Durch eigenverantwortliche Schulen soll auch der Wettbewerb unter den Schulen gefördert werden. So kommt auch den Schulfördervereinen eine besondere Bedeutung zu.

3. Digitaler Wandel in thüringer Schulen

Die Errungenschaften des 21. Jahrhunderts sollten auch in thüringer Schulen Einzug halten. Ein digitales Klassenzimmer, das von geschulten Lehrern und begeisterten Schülern genutzt wird, ist dafür die Grundvoraussetzung. Smartphones und Tablets gehören, wie WhiteBoards, zu modernen Unterrichtsmitteln und sollten thüringenweit im Unterricht eingesetzt werden. Die JuLis Thüringen fordern, dass alle thüringer Schulen einen flächendeckenden Breitbandzugang zur freien Verfügung haben.

Die SuS müssen in verschiedenen Kursen und Fächern die Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien, Lernformen und Inhalten, z.B. im Rahmen eines erweiterten Informatikunterricht, erlernen und diesen von ihren Lehrerinnen und Lehrern vorgelebt bekommen. Dies setzt voraus, dass alle Lehrerinnen und Lehrer im Umgang mit digitalen Medien sicher sind. Hierzu fordern die JuLis Thüringen, dass bereits in der universitären Lehrerbildung sowie in Weiterbildungsseminaren digitale Lehr- und Lernmethoden gelehrt und praktiziert werden.

4. Schule, die auf das Berufsleben vorbereitet

In thüringer Schulen soll neben fachlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen auch die Berufsorientierung und Ausbildung vermittelt werden, um die SuS in bester Weise auf das Berufsleben vorzubereiten. Die JuLis Thüringen fordern eine umfassende Initiative in der Berufsorientierung in den allgemeinbildenden Schulen. Dazu gehören Berufspraktika, die im Rahmen des Schulunterrichtes durchgeführt werden sowie unternehmerische Programme wie u. a. „Schule trifft Wirtschaft“.

Die JuLis Thüringen fordern eine Weiterentwicklung im Lehrplan des Faches Wirtschaftslehre/Recht, um die Berufsorientierung im schulischen Ausbildungsportfolio als Pflichtkomponente zu verankern. Weiterhin sollte der Bildungsplan des Ministeriums um verschiedene Kernbereiche im Fokus der Berufsorientierung, wie Wirtschaft, Beruf und Ausbildungsmöglichkeiten erweitert werden.

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